Die Geschichte des Schachspiels

Schach in Persien

Schachgeschichte

Johann Erdmann Hummel: Die Schachpartie, 1818–1819

Den Ursprung des Schachspiels vermutet man in Indien, allerdings gibt es auch Indizien, die für China als Ursprungsort sprechen. Es ist verwandt mit Xiangqi (Chinesischem Schach) in China und Shōgi in Japan. In Indien entstand vermutlich in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung das Spiel Chaturanga (sprich: Tschaturanga). Dabei standen sich vier Heere auf einem Schachbrett gegenüber. Die Züge wurden durch Würfeln bestimmt. Daraus entwickelte sich um das Jahr 600 das Zweischach Schatrang. Eine zusätzliche Figur, der Farsin (Ratgeber des Königs, heute Dame) wurde eingeführt. Die Spieler bestimmten nun selbst, mit welcher Figur sie ziehen wollten. Am Ende des 6. Jahrhunderts wurde dieses Spiel unter dem Namen Shatranj (sprich: Schatrandsch) in Persien bekannt.
Von Persien aus gelangte es ins Oströmische Reich (nach Konstantinopel) und verbreitete sich, nachdem die Moslems Persien erobert hatten, auch in der islamischen Welt bis nach Spanien. Die Waräger brachten das Schachspiel aus Konstantinopel („Miklagard“) nach Russland, wo es seit Anfang des 8. Jahrhunderts gespielt wird. Auf der iberischen Halbinsel wurde das Schachspiel von den Mauren im 10. Jahrhundert eingeführt und von sephardischen Juden in den angrenzenden Ländern verbreitet. Der älteste europäische Text, in dem die Regeln des Schachspiels enthalten sind, ist eine in hebräischer Sprache verfasste Reimdichtung des judenspanischen Dichterphilosophen Abraham ibn Ezra (1089-1164). Im 13. Jahrhundert wurde im Auftrag von Alphonso X. von Spanien ein berühmtes Spielmanuskript über Schach, Backgammon und das Würfelspiel, genannt Libro de los Juegos, verfasst. Von Spanien aus verbreitete sich Schach nach Italien und in die Provence. Daher auch die Namen sehr alter Eröffnungen, beispielsweise der Spanischen Partie und der Italienischen Partie.

Johann Erdmann Hummel: Die Schachpartie, 1818–1819
In der deutschen Literatur wurde Schach erstmals um 1050 erwähnt. Der Mönch Froumund verfasste im Kloster Tegernsee das lateinische Romangedicht Ruodlieb, in dem ein Besucher am Hofe des Königs durch seine Meisterschaft im Schachspiel Aufsehen erregt.
Schach gehörte seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts zu den sieben Tugenden der Ritter. Jacobus de Cessolis verfasste Anfang des 14. Jahrhunderts die allegorisch-moralische Schrift De moribus hominum et officiis nobilium super ludo scaccorum, die zu den ältesten abendländischen Quellen über das Schachspiel gehört und im Mittelalter weit verbreitet war. Im deutschen Sprachgebiet wurde das Spiel und auch das Schachbrett Schachzabel genannt. In ihrem Gefolge fanden auch volkssprachige Schachallegorien (Schachzabelbücher) weite Verbreitung. In diesen Büchern geht es weniger um die Technik und Regeln des Spiels als um eine belehrende Darstellung des Lebens und der Gesellschaft anhand des bildlichen Vergleichs mit dem Schachspiel.

Moderne Regeln

Honoré Daumier, Schachspieler, 1863.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts setzten sich die modernen Schachregeln durch: Bauern dürfen bei ihrem ersten Zug zwei Felder weit ziehen, Läufer dürfen diagonal beliebig weit ziehen (zuvor sprangen sie genau 2 Felder weit), und die Dame darf in alle 8 Richtungen beliebig weit ziehen (zuvor nur 1 Feld diagonal), wodurch sie von der schwächsten zur mächtigsten Figur auf dem Brett wurde. Durch diese Änderungen gewann Schach an Tempo, was ihm zu höherer Popularität verhalf. Im Jahr 1616 wurde das erste Schachlehrbuch in deutscher Sprache gedruckt: "Das Schach- oder König-Spiel" von Gustavus Selenus.
In Europa wurde das Schach zu einem Lieblingsspiel des Bürgertums. Die Regeln wurden seit dem frühen 19. Jahrhundert kaum noch verändert. Das heute noch allgemein übliche Aussehen der Figuren, genannt Staunton, wurde 1849 von Nathaniel Cook kreiert, von dem damals führenden Spieler Howard Staunton propagiert und 1924 vom Weltschachverband (FIDE) bei dessen Gründung übernommen.

Literatur

Quellen: WIKIPEDIA 2006


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