Regeln für Schachturniere

Die Schachuhr

Eine Schachuhr dient im Turnierschach dazu, die den beiden Spielern zur Verfügung stehende Bedenkzeit zu begrenzen und anzuzeigen. Eine Schachuhr hat für die beiden Spieler getrennte Zeitanzeigen ("Uhren"), von denen immer nur eine läuft. Hat ein Spieler die ihm zur Verfügung stehende Bedenkzeit (im Turnierschach üblicherweise 120 Minuten für die ersten 40 Züge) überschritten, gilt die Partie als für ihn verloren.

Das Remis

Beim Schach ist es den beiden Spielern gestattet, jederzeit ein Remis (Unentschieden) zu vereinbaren. Diese Regel wird oft als dem Sinn eines Wettkampfsports zuwiderlaufend kritisiert.
Ein Spiel endet auch dann remis, wenn es keinem der beiden Spieler, selbst bei ungeschicktestem Spiel des Gegners, mehr möglich ist, Matt zu setzen, wenn 50 Züge lang keine Figur geschlagen und kein Bauer bewegt wurde (50-Züge-Regel), sowie bei dreimaliger Wiederholung (nicht unbedingt hintereinander) derselben Stellung mit demselben Spieler am Zug und den gleichen Zugmöglichkeiten (Rochade, en passant). Eine genauere Darstellung gibt der Artikel Remis.

Spielergebnisse

Im Turnierschach erhält ein Spieler für eine gewonnene Partie in der Regel 1 Punkt, für jede Remispartie ½ Punkt. Ein Spieler, der seine Partie verloren hat, erhält keinen Punkt. (Zur Diskussion um die Drei-Punkte-Regel siehe Remis)

Der Schiedsrichter

Bei größeren Turnieren sowie bei Mannschaftskämpfen in höheren Spielklassen überwacht ein Schiedsrichter die Einhaltung der FIDE-Regeln. Missachtet ein Spieler die Regeln, hat der Schiedsrichter unter anderem folgende Sanktionsmöglichkeiten: Eine Verwarnung, die Partie für verloren erklären, den Ausschluss vom Turnier.

Etikette

Vor Beginn und nach dem Ende einer Partie ist es üblich, dass sich die Gegner die Hand geben. Eine Verweigerung des Handschlages, wie sie zum Beispiel in einem der Weltmeisterschaftskämpfe zwischen Anatoli Karpow und Viktor Kortschnoi vorkam, gilt als grobe Unsportlichkeit.
In Meisterpartien ist es üblich, dass der unterlegene Spieler nicht bis zum Schachmatt spielt, sondern vorher aufgibt. Es gilt unter Schachmeistern sogar als unhöflich, in einer hoffnungslosen Lage weiterzuspielen. In der Meisterpraxis ist es auch gegen die Etikette, in deutlich schlechteren Stellungen ein Remis anzubieten. In völlig ausgeglichenen Stellungen ist es an dem ranghöheren Spieler, die Punkteteilung anzubieten.
Während der Partie ist es verboten, den Gegner zu stören, egal auf welche Weise. Dazu zählen auch häufige Remisangebote oder Mobiltelefonklingeln. Nach einer älteren FIDE-Richtlinie führte das Läuten des Handys eines Spielers während der Partie zum sofortigen Partieverlust. Mit Wirkung vom 1. Juli 2005 untersagen die FIDE-Regeln die Mitnahme aller, auch ausgeschalteter technischer Geräte, die der Telekommunikation oder der Datenverarbeitung dienen können, in das Spielareal. Auch Zuschauer dürfen das Spiel nicht durch Zwischenrufe oder Zugansagen beeinflussen oder stören.
Außer im Fernschach ist es verboten, sich während einer Partie Ratschlägen Dritter zu bedienen oder auch nur einen solchen Eindruck zu erwecken. Da es mittlerweile sehr starke Schachprogramme gibt, wird der Überwachung dieser Regel bei Schachturnieren besondere Bedeutung zugemessen. So ist es nicht erlaubt, sich ohne Genehmigung eines Schiedsrichters aus dem festgelegten Turnierareal zu entfernen.
Das Zurücknehmen bereits ausgeführter Züge ist nicht gestattet. Wenn ein Spieler eine eigene Figur berührt, muss er einen Zug mit ihr ausführen (berührt – geführt), wenn es eine regelgerechte Möglichkeit dazu gibt. Dies gilt auch, wenn eine gegnerische Figur berührt wird – diese muss geschlagen werden. Will ein Spieler die Figur lediglich zurechtrücken, muss er das vorher bekanntgeben. Dafür hat sich der französische Ausdruck J'adoube eingebürgert. Ausnahmen zur Regel berührt – geführt gibt es beim Blindenschach und beim Fernschach.

Quellen: WIKIPEDIA 2006


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